Deutsche Skateboardmeisterschaft 2026 in Leipzig: Richard und Juliane Völker bei der DM
Vom 4. bis 6. September 2026 wurde das Heizhaus Leipzig zum Treffpunkt der besten Skateboarderinnen und Skateboarder Deutschlands. Bei der Deutschen Skateboardmeisterschaft ging es in den Disziplinen Street und Park um die nationalen Titel – und mittendrin waren auch unsere zwei Nachwuchsfahrer: Richard Völker (10) und Juliane Völker (8).
Beide hatten sich sowohl für Street als auch für Park qualifiziert, entschieden sich in Leipzig aber dafür, ausschließlich in der Street Division anzutreten.
Für beide war es eine besondere Erfahrung. Für Richard wurde das Wochenende sogar zu einem der bisher größten Erfolge seiner noch jungen Skateboardkarriere.
Richard: Mit zehn Jahren ins DM-Halbfinale
46 Fahrer gingen in der Street Division an den Start. Richard war mit seinen zehn Jahren einer der jüngsten Teilnehmer – und konnte sich am Ende tatsächlich für das Halbfinale qualifizieren.
In der Qualifikation standen zwei 60-Sekunden-Runs auf dem Programm. Richard zeigte dabei einen fast perfekten Stay-on-Run. Er kam durch seinen kompletten Run, ohne zu stürzen oder vom Board zu fallen.
Erst beim letzten Trick musste er kurz absteigen: ein Big-Spin über die Hip. Dabei war er allerdings bereits wieder für einige Meter auf dem Brett und hatte keinen eigentlichen Sturz.
Sein Run bestand unter anderem aus:
- Frontside Lipslide über die Rail am A-Frame
- Frontside Slide die Rail hoch
- Feeble Grind die Rail runter
- Halfcab Heelflip die Bank hoch
- K-Grind die Ledge runter
- Tre-Flip die Bank hoch
- Back Boardslide an der Rail an der Big Section (7 Stairs)
- Big-Spin über die Hip
Damit landete Richard nach der Qualifikation auf Platz 17 von 46 Startern und zog ins Halbfinale ein.
Und damit gab es noch eine besondere Randnotiz: Mit zehn Jahren war Richard der jüngste Fahrer im gesamten Halbfinalfeld. Von den ursprünglich 46 Startern waren nur noch 20 Fahrer übrig.





Im Halbfinale die Nerven behalten
Im Halbfinale standen erneut zwei 60-Sekunden-Runs an.
Ganz so locker wie in der Qualifikation lief es diesmal allerdings nicht. Gleich zweimal wollte der Tre-Flip nicht so, wie Richard sich das vorgestellt hatte. Dadurch konnte er seinen Qualifikationsplatz nicht mehr verbessern.
Aber er konnte ihn verteidigen.
Am Ende stand für Richard Platz 17 der Deutschen Meisterschaft.
Noch interessanter wird das Ergebnis, wenn man auf die Altersklassen schaut: In der U14-Wertung belegte Richard den 4. Platz.
Mit gerade einmal zehn Jahren unter den besten 20 Street-Fahrern einer Deutschen Meisterschaft zu landen und gleichzeitig Vierter in der U14 zu werden, ist für uns ein riesiger Erfolg.
Vor allem zeigt das Ergebnis, dass Richard mittlerweile auch bei größeren Contests mit deutlich älteren Fahrern mithalten kann.
Auch international wird Richard mittlerweile geführt
Spannend ist auch ein Blick auf die noch relativ neue internationale Skateboard-Weltrangliste. Dort wird Richard inzwischen im Street auf Platz 448 weltweit geführt.
Unter den dort aktuell erfassten U11-Fahrern steht er sogar auf Platz 1.
Allerdings sollte man diese Platzierung momentan noch nicht überbewerten. Die Weltrangliste befindet sich noch im Aufbau und verschiedene große Nachwuchscontests fließen offenbar noch nicht in die Wertung ein. Dazu gehören beispielsweise Veranstaltungen wie der Teenage Riot oder der Teenage Rampage.
Auch international gibt es in Richards Altersklasse bereits Fahrer, die wir momentan vermutlich noch vor ihm sehen würden – beispielsweise Bruce Lagrand aus Belgien oder Yamato Boy Lb aus Japan.
Trotzdem ist es natürlich spannend zu sehen, dass Richard inzwischen überhaupt in einer internationalen Rangliste auftaucht und dort bei den aktuell erfassten U11-Fahrern ganz oben steht.
Juliane: Mit acht Jahren bei den Deutschen Meisterschaften
Auch Juliane war in Leipzig dabei.
Mit gerade einmal acht Jahren war sie die jüngste Starterin im gesamten Street-Feld der Frauen, in dem insgesamt 13 Fahrerinnen antraten.
Wie Richard war auch Juliane sowohl für Street als auch für Park qualifiziert, konzentrierte sich in Leipzig aber auf Street.
Leider war der Street-Parcours im Heizhaus für Juliane nicht ganz einfach. Einige der Rails waren für sie schlicht sehr hoch, sodass sie ihre besten Tricks, die sie normalerweise zeigen kann, im Contest nicht wie geplant einsetzen konnte.
Das machte sich dann auch in den beiden Runs bemerkbar. Während im Practice noch vieles richtig gut lief, musste Juliane im Wettkampf leider relativ häufig vom Board steigen.
Am Ende bedeutete das Platz 13 von 13.
Das Ergebnis ist natürlich nicht das, was sie sich erhofft hatte. Gleichzeitig gehört genau das zum Skateboarding dazu: Ein Contest kann im Practice noch hervorragend laufen und im entscheidenden Run funktioniert plötzlich vieles nicht mehr.
Für Juliane war es vor allem eine wichtige Erfahrung. Mit acht Jahren bereits bei einer Deutschen Meisterschaft an den Start zu gehen, gegen ältere und teilweise deutlich größere Fahrerinnen anzutreten und den Ablauf eines solchen Contests kennenzulernen, wird ihr bei den nächsten Wettbewerben helfen.
Und die Tricks, die sie in Leipzig nicht zeigen konnte, laufen ja nicht plötzlich weg.




Ein Wochenende, das in Erinnerung bleibt
Für uns als Familie war die Deutsche Meisterschaft in Leipzig deshalb ein ziemlich besonderes Wochenende.
Richard konnte sich mit zehn Jahren gegen viele deutlich ältere Fahrer durchsetzen und bis ins Halbfinale fahren. Juliane musste erleben, dass ein Contest manchmal ganz anders laufen kann als das Training – und nimmt trotzdem wertvolle Erfahrung mit.
Genau solche Erlebnisse machen Nachwuchs-Skateboarding aus.
Es geht nicht nur um Platzierungen. Es geht darum, sich mit anderen zu messen, neue Spots und Parcours kennenzulernen, Contest-Erfahrung zu sammeln, auch einmal einen schlechten Run wegzustecken und beim nächsten Mal wieder auf das Board zu steigen.
Und natürlich darum, immer wieder neue Tricks zu lernen.
Jetzt geht es zum Teenage Riot
Viel Zeit zum Ausruhen bleibt allerdings nicht.
Der nächste große Termin steht bereits vor der Tür: Der Teenage Riot in den Bosch / Niederlande.
Für Richard und Juliane ist das gleichzeitig der persönliche Saisonhöhepunkt. Dort treffen sie wieder auf die stärksten Nachwuchsfahrerinnen und Nachwuchsfahrer ihrer Altersklassen in Europa.
Nach dem Wochenende in Leipzig wissen wir jedenfalls wieder ein bisschen besser, wo wir stehen – und vor allem auch, woran wir weiterarbeiten können.
Wir freuen uns darauf.
Bis zum nächsten Contest!
Run Richard: https://www.instagram.com/p/Dc-wDrpoHl4/
Zusammenschnitt Juliane: https://www.instagram.com/p/DdCeXQHOFYH/
Website DM: https://heizhaus-leipzig.de/projekt/deutsche-skateboard-meisterschaft
Ergebnisse Männer: https://www.commabase.com/e/242/results?competition=594
Ergebnisse Frauen: https://www.commabase.com/e/242/results?competition=595
Weltrangliste: https://whoranked.com/skateboarding/rankings
Schreibe einen Kommentar